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Passage 23°E

Das Projekt PASSAGE 23°E beabsichtigt, eine lebendige, europäisch orientierte Informations- und Wissensplattform und einen lebendigen Wissensaustausch zu entwickeln, um Informationen zu aktuellen kulturellen Entwicklungsprozessen besonders auf dem Gebiet von Theater und Theatralität zu generieren und diese einer breiten kulturellen Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Das Projekt ist eine Kooperation von zahlreichen Institutionen und Personen aus Ländern des östlichen Europas.

Mit dem programmatischen Projektnamen PASSAGE 23°E wird die Aufmerksamkeit auf jenen Teil Europas gerichtet, der wesentlich durch den 23. Längengrad Ost zwischen Helsinki und Athen markiert wird. Entlang dieses Längengrades erreicht Europa seine größte Nord-Süd-Ausdehnung und umfasst Räume mit enormer kultureller Vielfalt, die mit Begriffen wie Osteuropa, Mittelosteuropa oder Südosteuropa beschrieben werden. Die geokulturellen Dimensionen des europäischen Entwicklungsprozesses in diesen Gebieten sind bisher kaum beachtet und betrachtet worden. Vor allem Entwicklungen von Theater und Theatralität sind über regionale und Ländergrenzen hinaus wenig bekannt.

Gerade die mit den Ereignissen der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts eingeleiteten gesellschaftlichen Umbrüche in der Welt und vor allem in Europa haben einen ganzen Kontinent rigoros verändert und ein „neues Europa“ begründet, das geopolitisch und ökonomisch neu formiert wurde und dessen geokulturelle Konsequenzen bisher kaum nachhaltig reflektiert wurden. In diesen Veränderungsprozessen nimmt das Theater eine einzigartige Rolle und Funktion ein; es ist sowohl Akteur, Seismograf, Katalysator und gesellschaftliches Kommunikationsmittel als auch ein diesen Prozessen ausgesetztes und sich beständig veränderndes Medium.

Das Projekt PASSAGE 23°E betrachtet diese Quellen kulturellen Reichtums, ihre Andersartigkeit, ihre geschichtliche Eigen- und Einzigartigkeit und will dabei die Voraussetzungen und Möglichkeiten schaffen, dieses „andere“ Europa zu entdecken und im Interesse einer vielschichtigen europäischen Identität in ein gemeinsames Gedächtnis einzuschreiben.

Mit der Erschließung und Distribution von Informationen und Wissensbeständen über die Entwicklungen des Theaters in den mittel-, mittelost- und südosteuropäischen Staaten der letzten 30 Jahre soll ein lebendiger Gedanken- und Erfahrungsaustausch über zentrale künstlerische, gesellschafts- und kulturpolitische sowie theatertheoretische und theaterhistoriografische Kontexte befördert werden. Dabei geht es auch um Denkanstöße zur Auseinandersetzung mit den Begriffen „Europa“ „europäische Kultur“ und Fragen der Internationalität des Theaters. Langfristig soll daraus ein gemeinsames Informations- und Dokumentationsformat für einen wesentlichen Teil der mittel-, mittelost- und südosteuropäischen Theaterkultur in ihren aktuellen und historischen Dimensionen hervorgehen, ein Format der permanenten Begegnung und Auseinandersetzung von Künstlern, Pädagogen, Forschern, Kulturpolitikern und Journalisten, aber auch von weiten Teilen der interessierten Öffentlichkeit.

Nicht zuletzt soll das Projekt die Zusammenarbeit zwischen den europäischen ITI-Zentren intensivieren.

Ausführliche Informationen zum Projekt selbst und zu Veranstaltungen im Rahmen der Initiative PASSAGE 23°E. Theater und Theateralität vom Baltikum bis zur Ägäis finden sich auf der Projektwebsite.